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Frank Sinatra – Ein heller Stern am Showhimmel

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„I won’t dance, don’t ask me
I won’t dance, don’t ask me
I won’t dance, madame with you
My heart won’t let my feet do things that they should do…“

– Frank Sinatra

17 Jahre ist es nun her, seit ich die ersten Zeilen meines Lieblingssongs von Frank Sinatra gehört habe… Ich war ca. 11 Jahre alt, als ich den Film „Was Frauen wollen“ mit Mel Gibson in der Hauptrolle zum ersten Mal sah. Ob ich sonderlich viel von dem Film verstanden habe weiß ich nicht, aber er ist definitiv in meiner Erinnerung geblieben. Der Film gehört mittlerweile zu meinen Lieblingen und das Lied aus dem Film – „I Won’t Dance“ von Frank Sinatra – hat mich nie wieder losgelassen. Vielleicht liebe ich auch aus diesem Grund die Stelle, als Gibson nach einem Meeting nach Hause kommt und genau dieses Lied über einen Schallplattenspieler hört. Er setzt sich den für Frank Sinatra typischen Hut auf und tanz singend durch seine stilvoll eingerichtete Wohnung in einem Hochhaus. Über diese Szene freue ich mich immer wieder, wenn ich denn Film sehe.

Es hat eine Weile gedauert, aber ein paar Jahre später als ich anfing Musik bewusster zu hören, kam ich mit Franky und Mel wieder in Berührung. Vielleicht ist es die Männlichkeit, die sowohl Mel Gibson in seiner Rolle, als auch Frank ‚The Voice‘ Sinatra in seiner Stimme haben. Womöglich sind es aber auch die Frauen, die Gibson in seiner Rolle zu verstehen lernt oder Sinatra dessen Lieder oft von dem schönen Geschöpf handeln. Hier waren die Geschlechterrollen noch klar getrennt und als Mann konnte man sich noch einfacher orientieren. Dennoch möchte ich hier keine Diskussion über Emanzipation – denn diese finde ich wunderbar – und Geschlechterrollen entfachen.

Ein alter Freund

Frank Sinatra hat mich in all den Jahren immer wieder begleitet, zur Entspannung, an schlechten Tagen, wenn ich krank oder einfach nur gut drauf war. Seine Musik gibt mir Kraft, Orientierung und lässt mich runterkommen. Sie erheitert mich so oft, da sie mich von den Herausforderungen des Alltags ablenken. Je älter ich werde und je mehr ich zu mir selbst finde, umso öfter schallt diese wunderbare Musik aus meinen Lautsprechern. Gerade nach einem sehr anstrengenden Tag im Büro entspanne ich sehr gern zu Liedern wie „My Kind Of Town“, „You Make Me Feel So Young“ oder „I’ve got You Under My Skin“. Ich könnte noch viele weitere Titel aufzählen, doch das würde an dieser Stelle wohl zu viel werden. Eine Auswahl zu treffen ist ebenfalls schwierig, denn sie sind in meinen Augen alles Meisterwerke. Gerade in der heutigen Zeit, wo alles so schnell und unbeständig ist gibt einem diese Musik einen gewissen Halt. Vermutlich hängt das auch damit zusammen, dass sie aus einer Zeit stammt, wo viele Dinge noch unkomplizierter und entschleunigter waren und das Bild des Mannes noch deutlicher war, als es das heute ist.

Frank Sinatra

Als Sohn zweier italo-amerikanischen Eltern wuchs er an der Ostküste der USA in Hoboken (New Jersey) auf. Er entdeckte seine Leidenschaft für die Musik bereits mit 17 Jahren. Aufgrund seines Talents absolvierte er schon da seine ersten Radioauftritte. Die Begegnung mit seinem Idol Bing Crosby festigten in ihm den Wunsch Sänger zu werden. Doch wenn man Sänger wird, muss man sich mit dem Gedanken abfinden nicht gleich ein Star zu sein und seinen Lebensunterhalt erstmal anderweitig zu verdienen. Die in den 1930er Jahren herrschende Rezession machte es jedoch nicht einfacher einen Job ohne Schulabschluss zu finden. Seine Musikkarriere begann, wie in den meisten Fällen, erstmal langsam. Mit dem Vokalquartett „The Boboken Four“ nahm er an einem Talentwettbewerb teil, welchen Sie gewonnen und den Weg für eine nationale Tournee bereitete. Kurz nach seiner Hochzeit mit Nancy Barbato 1939 wurde er dann als Leadsänger für die Big Band von Harry James verpflichtet. 1940 feierte er als Sänger zum Orchester von Tommy Dorsey seinen nationalen Durchbruch.

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Andere

Seine Solokarriere nahm an Fahrt auf, welche 1943 in einen Plattenvertrag bei Columbia mündete. Er avancierte schnell zum erfolgreichsten Sänger des Landes und musikalischen Idol der Weltkriegsgeneration. Seine Talente gingen jedoch über die Musik hinaus, wodurch er auch als Schauspieler durchaus für Aufsehen sorgte. 1946 wurde er dann für seine Hauptrolle in dem Kurzfilm „The House I Live In“ mit einem Oscar ausgezeichnet. Zwei weitere folgten später.

Nach zahlreichen Affären mit teils prominenten Frauen und Showkolleginnen folgte die erste Scheidung 1951 und die zweite 1957. Er verlor sein Saubermann-Image und seine erste eigene Fernsehserie „The Frank Sinatra Show“ floppte. Nachdem die Filmfirma seinen Vertrag nicht verlängerte, verlor er auch seinen Plattenvertrag. Seine Gesangskarriere war erst einmal auf Eis gelegt und so wollte er sich erst einmal auf seine Schauspielkarriere konzentrieren.

Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten wurde Franky für die Nebenrolle Angelo Maggio in „Verdammt in alle Ewigkeit“ als Nebendarsteller engagiert und wurde mit einem Oscar als bester Nebendarsteller geehrt. Nachdem der Regisseur Zinnemann die Rolle nicht mit ihm besetzen wollte, kamen jedoch erste Gerüchte auf, dass die Mafia Druck auf ihn ausgeübt haben soll. Nichts desto trotz gelang es ihm sich einen festen Platz auf den Kinoleinwänden zu sichern. Sein cineastischer Erfolg hatte auch direkte Auswirkungen auf seine eingeschlafene Musikkarriere, sodass er ab 1957 wieder wöchentlich mit seiner „The Frank Sinatra Show“ im Radio und mit mehreren Gastauftritten im Fernsehen die Menschen unterhalten konnte.

„I did it my way…“

Sinatra schoss mit seiner Karriere durch die Decke, sodass er ab den 1960er Jahren zum größten Entertainer seiner Zeit avancierte. Neben seinen preisgekrönten Fernsehspecials, zahlreichen Tourneen und Erfolgen als Schauspieler konnte er sich auch als Filmproduzent und Regisseur behaupten. Doch er wurde zunehmen unzufriedener mit seinem derzeitigen Plattenvertrag, sodass er sich 1960 dazu entschloss mit „Reprise Records“ sein eigenes Plattenlabel zu gründen. Ab 1962 produzierte er seine Musikaufnahmen ausschließlich unter seinem eigenen Label.

1963 hegte die Warner Music Group Interesse für Reprise Records, sodass er es noch im selben Jahr mit großen Gewinn an Warner verkaufte. Teil des Deals war, dass er nach wie vor die volle Entscheidungsgewalt für all seine eigenen Aufnahmen und Projekte hatte. Es zahlte sich aus, denn mit dem Hit „My Way“ definierte er 1968 seine eigene Erkennungsmelodie.  Das Lied ist in übrigen eine englische Adaption von Chansons „Comme d’habitude“. 1979 nahm er nach zweijähriger Abstinenz den nächsten großen Hit „Theme from New York, New York“ auf, welcher ebenfalls bis heute fest mit seinem Namen verbandelt ist.

Dass er ein Lebemensch war sah man nicht nur an seinen zahlreichen Affären, sondern auch durch die wilden Partys, welche er mit seinem „Ratpack“ (Sammy Davis Jr., Dean Martin, Joey Bishop und Peter Lawford) feierte. Beispielsweise wurden die legendären Auftritte im „The Sands“ in Las Vegas mit regelrechten Gelagen gefeiert. Auch in Filmen wie „Die Oberen Zehntausend“ oder „Sieben gegen Chicago“ kann man das Rat Pack sehen. Trotz seines intensiven Lebensstils und damit verbunden die immer wiederkehrenden Gerüchte über Alkoholprobleme, erreichte Frank Sinatra ein stattliches Alter. Aber für jeden Star ist die Karriere mal zu Ende, egal ob freiwillig oder unfreiwillig… Bereits im Dezember 1994 ließ er seinen endgültigen Rückzug verkünden und spielte seine letzten regulären Konzerte in Atlantic City. Im Februar 1995 – das Jahr in dem er 80 Jahre alt wurde – gab er in Palm Springs seinen letzten Gesangsauftritt seiner Karriere.

Frank Sinatras Tod

Am 9. Januar 1997 erlitt Sinatra seinen ersten Herzinfarkt, welchen er
überlebte, aber seitdem keine öffentlichen Veranstaltungen mehr besuchte. Er war immer stärker ans Bett gefesselt, sodass er die Ehrenmedaille, welche er im Selben Jahr (1997) überreicht bekommen sollte, von Zuhause aus entgegen nehmen musste.

Am 14. Mai 1998 erlag er schließlich seinen zweiten Herzinfarkt. Mit ihm erlosch einer der am hellsten leuchtenden Sterne am Showhimmel endgültig. Ihm zu Ehren wurden für drei Minuten alle Lichte rin Las Vegas abgeschaltet und das Empire State Building in New York City wurde drei Tage in blaues Licht gehüllt. Das Blaue Gebäude sollte eine Anspielung auf seinen Spitznamen „Ol‘ Blue Eyes“ sein. Am 20. Mai 1998 wurde er in Cathedral City (Kalifornien) beigesetzt.

Seine Musik hat er jedoch uns allen hinterlassen und wird noch lange nicht in Vergessenheit geraten. Er hat bewiesen, dass die Zeilen „…If I can make it there, I’ll make it anywhere…“ nicht nur hohle Phrasen sind. Er hat auch gezeigt, dass man auf sein Herz hören sollte und nicht das machen, was von einem erwartet wird…

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Kategorie: Wohnzimmer

von

Danny

Ich habe einen Faible für die vergangenen Tage und möchte Dir zeigen, wie ich die alten Tage in die Gegenwart hole. Meine Leidenschaft für die Mode und Kultur der 20-60er Jahre möchte ich hier mit dir teilen. Nebenbei führe ich ein ganz normales Leben.

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