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Malcolm X: eine charismatische Figur im Kampf gegen die Rassentrennung – Teil 2

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Der Bruch

Mit dem Wachsen der Nation wurden auch die Korruptionsvorwürfe gegen Elijah Muhammad immer lauter. Muhammad zog das Wohl seiner Familie dem Wohl der Nation vor und machte mit weißen Befürwortern der Rassentrennung Geschäfte. Anfänglich bestritt X noch diese Vorwürfe gegen seinen Ersatzvater, distanzierte sich aber schließlich 1963 zusehends von ihm. Es folgten mehrere Konflikte mit der Nation, welche X unter anderem ein Redeverbot einbrachte. Am 8. März 1964 gab er letztlich öffentlich seinen Bruch mit der Nation of Islam bekannt. Mit dem Redeverbot wurde ihm auch immer bewusster, dass er nur eine Marionette der Nation war, welche immer weniger mit seinen Vorstellungen zusammenpasste. Er selbst sagte zu seiner Beziehung zu Muhammad und der Organisation: „Ich war ein Papagei. Jetzt ist der Papagei dem Käfig entsprungen.“ Im Zuge mit dem Bruch kritisierte er auch öffentlich die außerehelichen Affären Muhammads, was in der Nation nicht auf Zuspruch traf. So erhielt ehr mit der Zeit vermehrt anonyme Morddrohungen und stand seit dem 16. Juni 1964 unter Polizeischutz. Selbst heute ist es noch schwierig, wenn nicht sogar fatal Kritik an Anführern radikalislamistischen Organisationen zu üben oder deren Glauben in Frage zu stellen. Selten, wenn sogar nie, wird auf eine Reaktion in From von Gewalt verzichtet.

Die Zeit nach der Nation

Nach seiner Zeit bei der Nation of Islam setzte X sich weiter für die Bürgerrechte der Schwarzen ein, doch er wollte nicht nur wie bisher Reden schwingen, sondern endlich auch Taten walten lassen und Muslim bleiben. Er selbst sagte: „Immer wenn ich eine Religion sehe, die mich nicht für mein Volk kämpfen lassen will, sage ich: zur Hölle mit dieser Religion, deshalb bin ich ein Muslim.“ Gemeinsam mit anderen ehemaligen Anhänger der Nation of Islam gründete er die Organisation Muslim Mosque Inc., welche zum Einen früheren Mitgliedern der Nation religiöse Zuflucht gewähren sollte und zum Anderen beim afroamerikanischen Befreiungskampf politisch einmischen. Malcolm X attackierte bei seinem Engagement für die Befreiungsbewegung andere Wortführer wie beispielsweise Martin Luther King Jr., welche sich nach seiner Auffassung nicht vehement genug für die Rechte einsetzten.

Umdenken

Malcolm X interpretierte das neue schwarze Selbstbewusstsein als Schwarzen Nationalismus und war selbst geprägt von steigendem Rassismus. Doch bei einer Pilgerreise nach Mekka begann X seine rassistische, radikale Einstellung zu überdenken. Nach einer anschließenden Afrikareise kam er zu dem Schluss, dass der islamische Glauben in verschiedenen Denkweisen bereits überholt sei. So war er er beispielsweise der Meinung, dass speziell das orthodox-islamische Frauenbild einer grundlegenden Korrektur bedürfe.

Sozialistische Modelle

X stellte fest, dass Länder, welche ihre Unabhängigkeit bereits erkämpft hatten sozialistischen Modellen folgten. So war es nach seiner Überzeugung nicht möglich, dass Weiße „an den Kapitalismus und nicht zugleich an den Rassimus“ glauben konnten. Fortan wollte er seine Energie dafür aufwenden die internationalen Herrschaftsverhältnisse zu bekämpfen und die Befreiungskämpfe von Afrikanern und Afroamerikanern effektiv miteinander zu verbinden. Schließlich waren die Themen miteinander verbunden, denn gerade die Veränderung der Herrschaftsverhältnisse hätte die Befreiungskämpfe der Schwarzen weiter voran gebracht. Um dieses Vorhaben zu forcieren gründete er in den USA die Organisation für die afroamerikanische Einheit (OAAU), die die Verbindung zwischen Afroamerikanern und Afrikanern schaffte und in die nationale Bürgerrechtsbewegung eingriff.

Im Vergleich zu seiner radikalen Einstellung bei der Nation of Islam, stellte er nun das Handeln eines Menschen, unabhängig von seiner Hautfarbe, in den Mittelpunkt.

Malcolm X’ Ermordung

Die erhaltenen Morddrohungen im Zuge seiner Kritik an seinen ehemaligen Ersatzvater Elijah Muhammad sollten sich bald bewahrheiten. So folgte am 21. Februar 1965 das Attentat bei welchem Malcolm X mit 21 Schusswunden, bei einem Vortrag im Audubon Ballroom in Washington Heights, getötet wurde.

Zwei Zuhörer begannen während des Vortrages einen Streit, weswegen sich die Malcolms Bodyguards von ihm entfernten und ihn ungeschützt auf der Bühne zurückließen. Man ging davon aus, dass der Streit inszeniert war. Die Attentäter nutzten die Situation, sodass zunächst ein dicker Mann mit einer abgesägten Schrotflinte auf X schoss und anschließend noch zwei weitere Männer auf ihn schossen. Die Menge brach ihn ein Chaos aus und wurde durch explodierende Rauchbomben noch mehr aufgeschreckt, wodurch zwei der drei Attentäter flüchten konnten. Thomas Hagan, einer der drei Attentäter konnte bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Hagan, welcher Mitglied der Nation of Islam war gestand das Attentat bezeichnete aber 1966 die beiden Mitangeklagten als unschuldig. Alle drei wurden zu Haftstrafen von 20 Jahren bis lebenslänglich verurteilt. Hagan sagte später aus, dass das Attentat ein Vergeltungsschlag für die von Malcolm X geäußerte Kritik an Elijah Muhammad war. Am 27. April 2010 wurde Hagan auf Bewährung entlassen.

Schlusswort

Auch heute ist Rassismus noch ein sehr präsentes Thema. Wenn man die Ermordung unbewaffneter schwarzer Bürger in der USA betrachtet oder die Äußerungen des frisch gewählten Präsidenten Donald Trump im Zuge seiner Wahlkampfkampagne. Malcom X und Martin Luther King sind nur zwei Menschen, die ihr Leben dem Kampf gegen die Ungleichbehandlung von Bevölkerungsgruppen widmeten. Sie erreichten viel und ihr Erbe ist groß, doch wir sind noch lange nicht am Ende angelangt. Es gibt also noch viel zu tun und es ist nicht mal von Nöten sein Leben dieser Aufgabe zu widmen oder auf alles zu verzichten. Abschließend möchte ich sagen, dass Hass und Gewalt – egal in welcher Form auch immer – keine sinnvolle Lösung ist.

Kategorie: Wohnzimmer

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Ich habe einen Faible für die vergangenen Tage und möchte Dir zeigen, wie ich die alten Tage in die Gegenwart hole. Meine Leidenschaft für die Mode und Kultur der 20-60er Jahre möchte ich hier mit dir teilen. Nebenbei führe ich ein ganz normales Leben.

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