Wohnzimmer
Schreibe einen Kommentar

Generation WhatsApp

generation_whatsapp

Ich weiß nicht genau, wie ich diese Generation nennen soll, welche mit Smartphones und Internetflatrates groß wird, also nenne ich sie Generation WhatsApp. Ich selbst bin in den 90er Jahren groß geworden und irgendwie auch ein wenig stolz darauf. Wenn mir früher langweilig war, musste ich kreativ werden oder raus an die frische Luft. Heute ist das scheinbar alles etwas anders. Wenn den Kids heute langweilig ist hängen sie stundenlang auf Facebook, Twitter, Instagram oder WhatsApp rum. Social Media ist der Puls der Zeit. Viele Unternehmen stellen Socialmediamanager ein, welche Marketing und Kundenbetreuung über diese vielen Kanäle betreiben. Dort erreicht man die Leute. Mich möchte ich da mittlerweile gar nicht mehr rausnehmen. Ich ertappe mich immer öfter, wie ich aus purer Langeweile zum Handy oder Tablet greife. Insbesondere seit ich meinen Blog habe. Die vollkommene Digitalisierung hat begonnen. Kaum jemand schreibt noch Briefe und immer weniger Menschen lesen richtige Bücher. Selbst E-Mails sterben aus. WhatsApp, Snapchat und andere Socialmedia-Kanäle sind die Kommunikationswege des 21. Jahrunderts. Irgendwie schade. Das persönliche geht dadurch irgendwie verloren. Man gibt sich weniger Mühe, das erledigt schon die Autokorrektur und alles muss immer sofort sein.

Umstieg aufs Notizbuch

Vor kurzem bin ich wieder auf das klassische Notizbuch umgestiegen. So richtig mit Kugelschreiber und Papier. Ich würde sogar einen Füller nehmen, aber das ist mir eine zu große Sauerei, wenn er ausläuft. Immer mal wieder werde ich darauf angesprochen ob ich denn ein Hipster sei, wenn ich mal wieder etwas in mein Notizbuch kritzle. Es ist scheinbar total unüblich geworden Gedanken mit Papier und Stift festzuhalten. Vllt. Sollt eich es lieber in die Notizapp meines iPhones oder Facebook hämmern. So haben zumindest auch meine „Facebook-Freunde“ und die NSA etwas davon. Hipster sein ist auch so eine Sache. Eine Art Schimpfwort, so wie es Streber zu meiner Zeit war. Zu meiner Zeit… Oh Gott höre ich mich alt an. Doch darauf möchte ich in diesem Beitrag nicht eingehen. Ich würde es meiner Nostalgieverliebtheit zuschreiben. Denn wenn ich eine Notiz verfasse, möchte ich nicht durch aufpoppende Statusupdates oder andere Nachrichten abgelenkt werden.

Immer erreichbar

Ich möchte nicht immer erreichbar sein, sondern mich auf die Dinge konzentrieren, die gerade in diesem Moment wichtig sind. Wir leben in einer Zeit wo man versucht auf Teufel komm raus mit allem und so schnell wie möglich Geld zu verdienen. YouTuber filmen sich beim Zocken oder im Fitnessstudio und werden dafür entlohnt. Früher unvorstellbar. Es gibt Menschen die ihr komplettes Leben verfilmen und im Internet unbekannten Menschen zur Verfügung stellen. Vlogs nennt man das ganze. Wir können uns durch all diese Möglichkeiten ständig Input für unser Hirn besorgen. Immer mehr Informationen, egal ob sie sinnvoll sind oder nicht. Wann kann der Kopf abschalten bei dieser Informationsflut? Es gibt sogar Berichte darüber, dass Menschen nicht schlafen können, aus genau diesem Grund. Es ist immer jemand Online. Nicht nur im Privatleben ist das so, sondern auch im Geschäft. Bei Besprechungen greifen viele Führungskräfte um ihre E-Mails zu checken.

Menschen in ihrer natürlichen Umgebung beobachten

Als ich noch mit der Bahn ins Geschäft fuhr, musste ich mich auf nichts konzentrieren und konnte Menschen beobachten. Das macht nebenbei auch mehr Spaß als die Leute in Facebook oder Instagram zu stalken. Doch man kann sich auf andere Dinge konzentrieren, wenn man möchte.

Wir finden Ablenkung in unserem Smartphone bei ganz alltäglichen Dingen. Das erkennt man z.B. daran, dass Menschen mittlerweile wie Zombies durch die Stadt laufen und auf ihr Handy starren, während sie vom einen zum nächsten Ort gehen. Das führt zwangsläufig dazu, dass man gegen andere Passanten oder einfach so in der Gegend stehende Laternen läuft. Echt schlimm diese anderen Passanten, Laternen und Schilder. Das hat sich auch die chinesische Millionenstadt Chongqing gedacht und besondere Fußwege für Smartphone-Suchtis geschaffen. In meinen Augen total krass. Was ist denn so wichtig, dass es nicht warten kann bis ich angekommen bin? Selbst wenn, dann stelle ich mich doch kurz an die Seite. Ich kann und will das nicht verstehen. Aber es ist wohl der Hans-Guck-In-Die-Luft des 21. Jahrhunderts. Anstatt sich um arme Menschen zu kümmern werden Fußwege für Smartphone-Zombies geschaffen.

Generation WhatsApp

Vor 1-2 Jahren hatte ich ein Erlebnis, welches mir seitdem nichtmehr aus dem Kopf geht. Auch eines meiner Bahn-Erlebnisse. Ich saß total fertig von der Arbeit in der Bahn und war auf dem Nachhauseweg. Da ich zu etwas fortgeschrittener Stunde mit der Bahn fuhr, war sie etwas leerer und ich konnte einen „4er“ für mich und meine Tasche ganz alleine ergattern. Ein paar Stationen später gesellte sich eine Gruppe junger Mädchen zu mir. Ich schätze die waren so um die 16 Jahre alt. Und wie ich bereits etwas weiter oben geschrieben habe, beobachte ich unglaublich gerne Menschen. Deswegen liebe ich auch Straßenfotografie. Doch die Mädchen waren still. Nicht mal belangloses Gerede, weil man die Ruhe nicht erträgt. Ständig sah ich eines der Mädels tippen und kurz darauf grinsend zur anderen aufschauend. Kurzes Grinsen und die Antwort wurde unmittelbar ins Handy gehackt. Arg, diese Mädchen haben sich über WhatsApp oder sonst was unterhalten. Ich kann aber mit Sicherheit sagen, dass sie weder taubstumm waren, noch das Sprechen verlernt haben. Denn kurz vorm Aussteigen verabschiedeten sich die Mädchen voneinander. Ist das unsere Zukunft? Schonen wir künftig unsere Stimmen, indem wir uns über unser Smartphone mitteilen?

Versteht mich nicht falsch, ich finde es toll, dass es diese Medien gibt und man sollte sie auch nutzen. Jedoch habe ich nichts gegen Entschleunigung und Langeweile einzuwenden. Früher als es all das nicht gab konnte man auch leben und ich denke teilweise sogar etwas besser. Manchmal sicherlich auch schlechter. Zum Schluss möchte ich einfach nur sagen: Legt öfter mal das Handy und Tablet weg und nehmt am richtigen Leben Teil. An dieser Stelle wünsche ich euch allen eine schöne Ostern!

Teilen
Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestEmail this to someone
Kategorie: Wohnzimmer

von

Danny

Ich habe einen Faible für die vergangenen Tage und möchte Dir zeigen, wie ich die alten Tage in die Gegenwart hole. Meine Leidenschaft für die Mode und Kultur der 20-60er Jahre möchte ich hier mit dir teilen. Nebenbei führe ich ein ganz normales Leben.

Kommentar verfassen