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Ist Bart tragen vintage? Die Geschichte des Bartes

Männer die Bart tragen gelten als besonders männlich, sie strahlen Stärke aus und erscheinen unkonventionell. Bart tragen ist vintage, es hängt allerdings davon ab, welche Zeit des 20. Jahrhunderts man betrachtet.

Während zu Beginn noch der Einfluss des ausklingenden 19. Jahrhunderts herrschte, so war der Vollbart bis 1920 ca. in Mode. Große Persönlichkeiten wie Friedrich Engels, Karl Marx oder auch Lenin sind Beispiele wie der Rauschebart zur damaligen Zeit getragen wurde.

Die goldenen 20er

Von den Rasierklingenherstellern Gilette und Wilkinson angetrieben, kam in den 20er Jahren der glatt rasierte Mann in Mode. Es war also gängig komplett rasiert zu sein oder maximal einen Schnauzer zu tragen. Untermauert wurde es von der wissenschaftlichen Annahme, dass Bärte Bakterien beherbergten, wodurch man häufiger erkranken würde. Zudem wurde ein konformer Typus Mann gefordert, welcher jung, dynamisch und adrett erschien.

50er, 60er und die wilden 70er

Erst in den 50er und 60er Jahren wurde der Vollbart wieder salonfähig. Mit der Schöpfung des Begriffes „Beatnik“ erlebte der Vollbart sein Comeback. Als Beatnik wurden die Anhänger des Bebop (Charlie Parker z.B.) und Modern Jazz genannt. Der Name lehnt sich an den sowjetischen Satelliten Sputnik an, welcher 1957 ins All geschossen wurde.

In den 60er Jahren übernahm die aufstrebende Hippie-Bewegung den Vollbart. Während des Vietnamkrieges (1955 bis 1975) galt der Vollbart als Zeichen des Widerstandes. So war direkt erkennbar ob ein Mann Befürworter oder Gegner des Krieges war. Auch die Beatles welche als bekennende Kriegsgegner galten trugen Bart.

Die 70er Jahre gelten als Zeit der Krisen und Umbrüche. Für Deutschland ist Willy Brandt mit dem Warschauer Kniefall eine Zentrale Figur. Im Laufe der 70er Jahre flachte die Hippie-Bewegung ab und wurde vom Punk, Metal und Hip-Hop abgelöst.

„I want to break free“ – Die 80er

In den 80er Jahren symbolisierten verschiedene Barttypen die Zugehörigkeit zu bestimmten Volksgruppen. So wurde der Schnurrbart bzw. Oberlippenbart eher den Homosexuellen zugeschrieben. Freddie Mercury gehörte zum Beispiel zu dieser Gruppe. In meinen Augen eine diskriminierende Defintion. Fast wie die unwürdige Aussage, dass man Juden an ihren Hakennasen erkennen würde. Kurt Cobain und die daraus entstehende Grungebewegung etablierte Ende der 80er den Drei-Tage- bzw. den Ziegenbart.

Wie es heute ist, könnt ihr selbst auf der Straße sehen. Die Bartmode des 20. Jahrhunderts kommt wieder. Vom Vollbart, über den Schnauzer bis zum Kinnbart. Es kommt also stark darauf an, welche Art von Bart man trägt. So würde ich den Vollbart und den „Schnorres“ durchaus als vintage bezeichnen, da sie schließlich zu Beginn und Mitte des vergangenen Jahrhunderts getragen wurden. Die Frage ist jedoch, paare ich es mit dem Klamottenstil aus der gleichen Zeit oder vermische ich ihn mit dem aus einem anderen Jahrzehnt. Einen Bart zu haben ist also Understatement und nicht Faulheit.

Nachdem ich meinen Beitrag jetzt noch mal durchgelesen habe, fällt mir auf, dass er ziemlich voll mit Fakten ist. Ich hoffe er gefällt euch trotzdem.

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Ich habe einen Faible für die vergangenen Tage und möchte Dir zeigen, wie ich die alten Tage in die Gegenwart hole. Meine Leidenschaft für die Mode und Kultur der 20-60er Jahre möchte ich hier mit dir teilen. Nebenbei führe ich ein ganz normales Leben.

2 Kommentare

  1. Du hast definitiv einige Fakten genannt !
    Aber mal ehrlich: wer folgt denn einem Bolg, der sich ausschließlich auf die rein persönliche Meinung des Autors fokussiert ? Ich nicht !
    Demzufolge >> gut gemacht ! Es ist und bleibt die Kunst fortwährend zu unterhalten, die „Verfolger“ zu informieren und insgesamt der Leserschaft wiederholend etwas Neues zu bieten ! Daher kein Wunder, dass es einige Blogger immer wieder in die Versenkung zieht…
    Das wünsche ich Dir nicht, sondern vielmehr: Finde Deinen Stil, entdecke welche Mittel Dir am meisten liegen und dann… Leinen los !
    Viel Erfolg !

    • Vielen Dank! Wie du schon geschrieben hast, ich muss noch meinen Stil finden. Ich tue mich ehrlich gesagt auch etwas schwer damit einen Beitrag zu schreiben, welcher sich ausschließlich auf meine persönliche (und durchaus mal falsche) Meinung bezieht. Ich selbst habe den von dir bereits genannten Anspruch (zu unterhalten, zu informieren und immer etwas Neues zu liefern) ebenfalls an mich selbst. Es profitiert meiner Meinung nach niemand davon, wenn ich nur stumpfes „Gelaber“ in einen Beitrag zusammenschreibe, wodurch der Leser keinen Mehrwert hat. Dann könnte ich auch einen Blog schreiben, welcher sich mit dem Leben von irgendwelchen Prominenten befasst. Es freut mich daher um so mehr, dass ich deinen Geschmack getroffen habe. Das bestärkt mich in meiner Arbeit!

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