Hobbyzimmer
Schreibe einen Kommentar

Schottlandreise: Airth Castle

Schottland… Kilts, Scotch, Linksverkehr, Haggis, Loch Ness, Schlösser und Dudelsäcke… Das sind die Dinge, die mir so durch den Kopf gingen, als ich für eine 1-wöchige Reise dorthin in den Flieger stieg. Ich glaube meine Herzdame dachte eher an die wunderschönen Schlösser, Harry Potter und die atemberaubende Landschaft. Achja, an Haggis dachte sie auch, aber eher mit unterdrücktem Würgereiz als mit Neugierde.

Es sollte eine besondere Reise werden, denn ich flog mit meiner Verlobten und ihren Eltern für eine Schlosstour nach Schottland. Sodass sich die beiden Damen eine Woche als Prinzessinnen fühlen konnten.

Wir wollten keine typisch geführte Touristen-Bus-Tour, bei welcher man lediglich 2 Stunden zur Verfügung hat um sich die Gegend anzuschauen und anschließend wieder zurück zum Bus hetzen muss. Und bekanntlich sitzt man dann nicht allein in so einem Bus, sondern mit 20, 30 oder auch mehr fremden Menschen und vllt. auch Kindern. Ich bevorzuge es da lieber etwas flexibler zu sein und meinen Plan bei Bedarf auch ändern zu können. Außerdem sind die meisten Destillerien eher außerhalb in der Pampa und ich finde Busreisen scheiße.

Angefangen hat alles in Frankfurt am Main, wo wir erst einmal unsere Koffer abgeben wollten. Das ist manchmal schon zu zweit schon etwas stressig, aber machbar. Aber zu viert (also 4 erwachsene Menschen) kann das ganze zu einer Herausforderung werden. Jeder weiß besser wo es lang geht und alle sind total aufgeregt. Zugegeben, ich war auch ziemlich aufgeregt, da ich nicht wusste was auf mich zukommt. Schließlich bin ich auch zum ersten mal mit meinen künftigen Schwiegereltern zusammen in den Urlaub geflogen. Aber wir haben es geschafft und deckten uns auch direkt mit zwei Flaschen Whsiky (Ardberg und Aberlour) ein. Wir wussten, dass der Wechselkurs von Euro zu Pfund nicht vorteilhaft für uns war und somit dort alles etwas teurer ist als bei uns.

Unsere Reiseroute war quasi einmal rund um Schottland rum – also schon aufm Festland. Nach der Landung in Edinburgh ging es weiter nach Airth für eine Nacht. Generell sind wir meist nur 1-2 Nächte in den jeweiligen Schlosshotels geblieben und von dort aus dann zu den drum rum liegenden Sehenswürdigkeiten. Ebenfalls auf der Route lagen Knippoch (bei Oban), Invergarry, Forres und last but not least Edinburgh.

Airth Castle

Unsere Residenz für einen Tag

Unsere Residenz für einen Tag

Erstmal ein Paar Infos zum Hotel und dessen Geschichte: Das Airth Castle ist ursprünglich ein altes Herrenhaus. Im 13. Jahrhundert schon, wurde ein Herrenhaus dort verzeichnet. Im 15. Jahrhundert viel es dem Clan Bruce zu und ca. 1488 ist die Hütte abgebrannt. Stück für Stück entstand im Laufe der Jahre dort wieder ein neues Anwesen, bis es im 20. Jahrhundert umfangreich restauriert und zum Hotel umfunktioniert wurde. Es steht etwas Höher auf einem Hügel, sodass man ganz gut in die Landschaft sehen kann. Es gibt zwei große Gebäude auf dem Grundstück, einmal das Schlösschen und einmal die Rezeption mit Restaurant und weiteren Zimmern.

20150629-IMG_1280

Weitere Zimmer, Rezeption und Restaurant

Man kann also entweder im richtigen Herrenhaus oder im Neubau residieren. Als wir die lange Auffahrt hochfuhren und die beiden Gebäude sahen, war uns schon klar: „Wir müssen bestimmt in den neuen weniger schönen Bunker schlafen…“ Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass wir unserer Meinung nach nie Glück bei irgendwas haben und dadurch auch alles zuerst pessimistisch sehen. Falsch gedacht! Wir durften ins Herrenhaus! Bäm! Die Reise hat also schonmal gut angefangen und konnte gerne ach so weiter gehen!

Vom Interieur habe ich leider keine vorzeigbaren Bilder geschossen, aber es war ein mix zwischen urig und barock. Es sei aber gesagt, dass man jetzt nicht empfindlich sein sollte und nach Schmutz suchen. Die Schotten sind jetzt nicht unbedingt für ihre Sauberkeit bekannt, aber es war durchaus passabel.

Zum Essen kann ich nichts negatives sagen, das war echt lecker, wenn auch nicht ganz günstig… Apropos günstig… Wir kamen zur Tea-Time an und wollten direkt die Gelgenheit beim Schopfe packen und bestellten eine Tea-Time für 4 Personen. Beim Blick in die Karte bemerkte ich direkt die etwas gehobeneren Preise… 19,90 Pfund für eine Etagere mit verschiedenen Sandwiches, Scones, verschiedene kleine Kuchen und Windbeutel inkl. Heißgetränk. Naja es ist der einzige Urlaub in diesem Jahr und 19,90 Pfunde durch 4 Personen sind, trotzdem war bzw. bin ich der Überzeugung, dass die Schotten spinnen. 

Ardberg, Haggis & Winterfell

Nach einem wirklich angenehmen Schlummertrunk (zwei Gläser Ardberg und ein Glas Aberlour), konnten wir wirklich gut schlafen. Apropos Ardberg… das ist definitiv ein Whisky bei dem man einen Bart braucht oder durch das Trinken bekommt. Der Geschmack ist sehr intensiv und ziemlich rauchig bzw. torfig. Als ich die Falsche öffnete, roch das ganze Zimmer auf einmal nach verbrannten Autoreifen. Also echt Tröpfchen für das man Eier brauch. Jedenfalls sollte es nach dem Frühstück direkt weiter gehen ins nächste Hotel (Argyll) mit einem kleinen Umweg über Winterfell bzw. Doune Castle.

Auf dem Weg zum Frühstück erinnerte ich mich an den Spruch meines ehemaligen Englischlehrers Herr Link… „the only way to eat well in england is to have breakfast three times a day“. Die Engländer, also auch die Schotten sind neben ihrer Tea-Time bekannt für ihr üppiges aber leckeres Frühstück, was für mich bedeutete, dass ich richtig zuschlagen werde! Neben Scrumbled Eggs, Baked Beans, Bacon, gebratene Champignons, gebratenen Würstchen und gegrillter Tomate gab es auch Haggis und Black Pudding (ähnlich unserer Blutwurst). Haggis ist ein Schafsmagen, welcher mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett, Ziebeln und Hafermehl gefüllt ist. Haggis und Black Pudding hört sich zugegeben sehr ekelhaft an und lies mich schon sehr an meinem Vorhaben zweifeln…. Doch ich hab alles gegessen bzw. probiert. Das Breakfast ohne Haggs und Black Pudding macht dem Zitat meines Englischlehrers alle Ehre und kann von mir durchweg empfohlen werden, obwohl ich die Würstchen nicht so berauschend finde… Zu den beiden anderen Abartigkeiten kann ich nur sagen, dass es viel besser schmeckt, als es sich anhört. Die Konsistenz ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber der Geschmack geht tatsächlich. Achso, zum Frühstück gibt es noch Toast, Orangensaft und Kaffee (oder auch Frühstückstee).

20150630-IMG_1331Vollgefressen und glücklich sind wir dann nach Winterfell bzw. Doune Castle gefahren. Winterfell sollte den Game of Thrones Suchtis unter euch bekannt sein als die Residenz der Familie Stark. Gemäß Wikipedia wurden ein paar Szenen in Game of Thrones dort gedreht. Wenn man sich allerdings die Burg von außen ansieht, merkt man relativ schnell, dass Doune Castle überhaupt keine Ähnlichkeit mit Winterfell aus der Serie hat…. Zumindest äußerlich. Gemäß dem Game of Thrones Wiki wurde lediglich ein paar Außenaufnahmen (ich wüsste jetzt spontan nicht welche) und im Inneren das Fest zu Ehren König Roberts gedreht (Pilotfolgen). Der Rest wurde wohl im Studio und Nordirland auf Castle Ward gedreht. Aus diesem Standpunkt aus betrachtet war es etwas enttäuschend, da ich mich innerlich auf Winterfell eingestellt hatte… Hätte ich mir besser vorher das Wiki durchgelesen.

20150630-IMG_1339Nichts desto trotz hat sich die Reise gelohnt, denn Schlösser anschauen macht immer Spaß! Ich finde es jedoch etwas komisch, dass die Treppen innerhalb der Burg so eng und Steil waren, da die Burgherren früher ja eher mal zum Wein gegriffen haben. Also Besoffen hätte ich mir glaube ich dort 10 mal das Genick gebrochen. Zum Schluss haben wir dann erfahren, dass dort auch die Ritter der Cocosnuss (Monty Python) und die Fernsehserie Outlander gedreht wurden. Im Urlaub habe ich ca. 1.000 Bilder geschossen und davon allein ca. 40 von Doune Castle.

20150630-IMG_1345

20150630-IMG_1340

Das waren unsere ersten 24 Stunden in Schottland. In Anbetracht der Lände dieses Artikels, habe ich mich dazu entscheiden jedem einzelnen Tag einen separaten Beitrag zu widmen.

 

Teilen
Share on FacebookTweet about this on TwitterPin on PinterestEmail this to someone
Kategorie: Hobbyzimmer

von

Danny

Ich habe einen Faible für die vergangenen Tage und möchte Dir zeigen, wie ich die alten Tage in die Gegenwart hole. Meine Leidenschaft für die Mode und Kultur der 20-60er Jahre möchte ich hier mit dir teilen. Nebenbei führe ich ein ganz normales Leben.

Kommentar verfassen